Die Jollenkreuzerseite

Der Bau:

In den 50er Jahren wurden im SCF-H auf der Insel Valentinswerder fünf 20qm -Stahljollenkreuzer gebaut. Die fachliche Leitung wurde vom gelernten Bootsbauer Hein Abel übernommen. Die fertigen Rümpfe wurden unter den zukünftigen Eigentümern verlost und der Innenausbau dann in Eigenregie durchgeführt. Deshalb unterscheiden sich die Boote in einigen Kleinigkeiten.
Die Schwertkästen wurden auf der Lahe-Werft in Saatwinkel auf die Kielsohlen geschweißt, da auf der Insel keine Schweißmöglichkeit zur Verfügung stand. Die Kielsohlen incl. Schwertkästen wurden dann für den weiteren Bau auf die Insel transportiert. Alle anderen Verbindungen wurden genietet. Die Wandstärke beträgt im Überwasserbereich 2mm, unter Wasser 3mm. Durch die handwerklich hochwertige Ausführung war nur ein Minimum an Spachtel notwendig, um den Rümpfen eine glatte Oberfläche zu verleihen. Viele Werftbauten erreichen nicht diese Qualität.

Die Erbauer und späteren Eigentümer waren:

R603, Hela: Hein Abel+,  Wilhelm Hildebrand, heute Beate N.

R604, Freya: Alfred Ziepert+, Günther Lorenz,  Willi Janick+, heute Peer Müller.

R605, Peer: Helmut Abel+, heute Hannelore Vogel

R606, Wiking: Hans Remp+, Wiethölter (SVT), unbekannt (SCE), seit 2013 wieder zurück im SCF-H, Eigentümer Joscha Haefke

R607, Urd: Karl-Heinz Schild, Peter Behrens+, heute Jochen Haefke (Messbrief)

SR299 , Gimle: Claudia Clabunde. Dieses Boot ist ein Eigenbau und kam aus einem fremden Revier zu uns. Es entspricht nicht den Klassenvorschriften für 20er Jollenkreuzer.

Der Jollenkreuzer
Frigga wurde ca. 1952 erbaut und liegt seit 1965 in unserem Verein. Zu dieser Zeit standen die endgültigen Klassenvorschriften noch nicht fest. Deshalb war das Boot kein "richtiger" Jollenkreuzer und wurde nach Brandt (Segelnummer 3375) vermessen, um in Ausgleicher-Regatten mitsegeln zu können. Die Abweichungen zu den Klassenvorschriften sind minimal und nicht ohne Weiteres erkennbar.
Ab der Saison '99 wird die
Frigga von Joscha und Jannik Haefke gesegelt, nachdem sich ihr Großvater Paul Haefke vom Segelsport zurückgezogen hat. (Nachtrag: Joscha hat inzwischen einen eigenen Jollenkreuzer, siehe R 606)

Die Reisen:

Da durch die damalige innerdeutsche Grenze die an Berlin angrenzenden Gewässer unerreichbar waren, wurden hauptsächlich in den 60er Jahren, aber auch noch später, ausgedehnte Reisen auf der Ostsee, bis in die Dänischen Gewässer, unternommen. Die letzte derartige Reise fand 1990 schon unter dem Eindruck der sich auflösenden DDR statt. Ein Reisebericht kann hier gelesen werden. Auf diesen Reisen wurden die Jollenkreuzer, wie viele andere Boote damals auch, von Lastkähnen im Schlepp durch die DDR transportiert.
Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden die umliegenden Gewässer, die die Jüngeren nur vom Hörensagen kannten, eifrig "ersegelt". Dadurch entfiel natürlich der Antrieb, mit den nur bedingt seetauglichen Jollenkreuzern auf die Ostsee zu gehen.
Die flach gehenden Jollenkreuzer sind vorzüglich für Reisen auf den Märkischen und Mecklenburger Gewässern geeignet.

Bitte beachten sie auch die Links zu jollenkreuzerrelevanten Seiten.